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Analyse der Bildelemente

Rücken: Konnotationen zu ,,Ein schöner Rücken kann entzücken``. Die Frau wendet sich vom Betrachter ab, um ihre Blöße nicht preis zugeben, sie bietet stattdessen ihren - ebenfalls unbedeckten - Rücken an
Am Bildausschnitt erkennt man, daß auch das Gesäß der Frau nackt ist, sie ist ,,wie die Natur sie schuf`` - nackt. Durch die Körperhaltung wirkt es einerseits so, als wollte sie sich verbergen (aus Scham, Verlegenheit), gleichzeitig nimmt sie durch ihren Kopf, der über die Schulter gedreht ist und ihren Blick, der direkt in die Kamera fokussiert, Kontakt auf.
\(\rightarrow\) Vermittelt ambivalentes Spiel zwischen Schamhaftigkeit, ,,Tugend`` und Verführung, Sexualität, also genau jene Aspekte, die von patriarchaler Seite von Frauen erwartet werden: Heilige, Ehefrau, die Sittsamkeit in Person; auf der anderen Seite Verführerin, sexuelle Stimulans und Lustobjekt.
Die Frau ist nackt: gesellschaftliche Wertigkeiten, daß Hemmungen prüde sind, wer Nacktheit in der Öffentlichkeit nicht goutiert, ist verklemmt, spießig
Nacktheit: Sexualität, Befreiung von Einengendem, Selbstbewußtsein
Nacktheit in der Öffentlichkeit: Preisgeben und Kontrolle wie Beurteilung von außen
Kopf nach hinten gedreht: Kontaktaufnahme, wenn nach einem gerufen wird, dreht man den Kopf, das Gleiche gilt, will man jemanden zu sich rufen
Kopf ist nach unten geneigt, die Augen nach oben gerichtet: sie macht sich kleiner, bekommt einen kindlichen Charakter. ,,Eine Form der aktiven Herausforderung, die den Vorstellungen von Weiblichkeit angemessen erscheint und in medialen Inszenierungen daher ausschließlich von Kindern und Frauen benutzt wird, ist der verschämte, unsichere, neckische oder verführerische Blick aus den Augenwinkeln und über die Schulter.``276
Bei diesem Bild: Sowohl aus den Augenwinkeln als auch über die Schulter; nicht möglich, den Blick eindeutig zu deuten: verschämt, verführend, unsicher
\(\rightarrow\) Durch die Nacktheit des Körpers werden alle Aspekte verstärkt, besonders jener der Sexualität
Die Arme der Frau sind relativ eng am Körper nach hinten leicht angewinkelt - sie nimmt keinen Raum ein sondern macht sich eher klein: Hinweis auf untergeordneten Status, Hilflosigkeit
Schwarzes, langes Haar: Konnotationen zu Schneewittchen, die so schön war, daß ihre Stiefmutter sie aus Eifersucht zu vergifte suchte: Schönheit als Quelle des Neides anderer Frauen
Früchte und Blume: Hinweis auf die am Bild ausgeblendeten Brüste der Frau und ihren Schambereich
Blume: Symbol für Zartheit, Rose umso mehr, hat jedoch Stacheln/Dornen, die sie ein wenig unantastbar machen, was ihr jedoch auch nichts nützt277
Die Früchte und die Blume sind in einem zugeschweißten Beutel: etwas ist weggesperrt, luftdicht verpackt, wird dadurch zwar konserviert, Leben hat es aber keines mehr: Konnotationen zur Abseitsstellung der Frau, Ausschluß aus der Öffentlichkeit
leicht geöffnete Lippen: Aufforderung, Laszivität (in Zusammenhang mit dem Glanz auf den Lippen)


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susi@metameta.org