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3 Wieso nur zwei?

Die westliche Kultur geht von einer Geschlechterdichotomie - und zwar Frau und Mann - aus, die laut Garfinkel ,,omnirelevant`` und unumgänglich ist.13 Unabhängig von anderen möglichen Ordnungskriterien wie sexueller Orientierung, physiologischer Unterschiede14, sozialer Organisation, etc. werden die Menschen der westlichen Gesellschaft ausschließlich aufgrund der Beschaffenheit ihrer primären Geschlechtsorgane (wobei auch hier von einem ,,normalen`` bzw. Idealstandard ausgegangen wird) zu einer der beiden sozial anerkannten Geschlechtsdimensionen eingeordnet (vgl. Geschlechtszuweisung).

Andere Gesellschaften kennen ein drittes Gender: Hijras in Indien, Xaniths im Oman oder Berdachen bei den nordamerikanischen Indianern der Plains und des Südwesten, ,,aber auch u.a. bei den Tschuktschen in Ostsibirien, bei den Dayak auf Borneo``15: Hijras, Xaniths und Berdachen sind biologische Männer, die sich als soziale Frauen verhalten, kleiden und arbeiten, ,,und fast in jeder Hinsicht als Frauen behandelt werden; sie sind daher keine Männer, aber auch keine weiblichen Frauen.``16

Als Pendant dazu können Frauen bestimmter afrikanischer und indianischer Gesellschaften angesehen werden, die durch Erwerb und den Besitz von Reichtümern als soziale Männer angesehen werden. Diese biologischen Frauen, deren Genderstatus als ,,Frauen mit Männerherz``17 bezeichnet wird, können in Folge dessen als Männer arbeiten und andere Frauen heiraten, sofern sie ausreichend Besitz haben, um einen entsprechenden Brautpreis zu entrichten.18 Bis zu einem gewissen Grad finden diese ,,Mischformen`` von sozialem Geschlecht eine Entsprechung bei den Transvestiten und Transsexuellen der modernen westlichen Gesellschaften. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch in der Institutionalisierung der Berdachen, etc. als drittes Gender, ,,welcher der Wunsch nach Ergänzung der männlichen durch weibliche Potenzen (und umgekehrt) zugrundeliegt.``19

Gender-Wechsel in modernen westlichen Gesellschaften tragen eher zur Einzementierung der Geschlechter-Dichotomie bei, Transvestiten werden als ,,nur vorübergehend ambivalent - und ,da drunter eigentlich doch [als] Mann oder Frau``` angesehen, ,,Transsexuelle enden nach der operativen Geschlechtsumwandlung wieder in einem konventionellen gender-Status - als ,Mann` oder als ,Frau`.``20


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