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Analyse der bildästhetischen Elemente

Licht/Schatten: Der Lichteinfall erzeugt sehr helle Hautpartien, auch der restliche Hintergrund ist weiß und verschwimmt mit den Konturen der abgebildeten Körperteile. Es wird dadurch ein transparentes Bild der Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit gezeichnet (ist Ungebrochenheit und Willensstärke groß genug, um genügend Schutz zu bieten?)

Die Farbe Weiß kann im westlichen Kulturraum mit Jungfräulichkeit, Unschuld (Hochzeitskleid), Sauberkeit in Bezug gebracht werden. Es ist darüber hinaus auch möglich, Helligkeit in einen Zusammenhang mit Ruhe, Friedfertigkeit zu bringen \(\rightarrow\) Transparenz, durchscheinende Haut \(\rightarrow\) jugendliche Unschuld?

Graphische/fotographische Praktiken:
Durch die künstliche Nachbearbeitung des Bildes werden die thematisch relevanten Elemente verstärkt: obwohl Gesicht und Schulterbereich in etwa auf einer Schärfentiefe liegen, ist der Schulterbereich extra diffus gemacht, die Hände sind aufgrund der Nähe zur Kamera ebenfalls unscharf, ausschließlich der Dreiecksbereich Gesicht ist scharf eingestellt, was die Aufmerksamkeit auf den relevanten Part lenkt.

Durch die Kontrastwirkung Schärfe-Unschärfe wird eine gewisse Dynamik erzeugt.

Durch Zentrierung der Augenpartie und den direkten Blick in die Kamera wird eine direkte Kontaktaufnahme mit dem/der BetrachterIn erzeugt. Dominierend im Bild ist nackte Haut, die tw. fließend in den weißen Hintergrund übergeht und mit ihm verschwimmt (anämisch = kraftlos?)

Vorläufige Zusammenfassung:
Die furchtlose, alterslose, jedoch eindeutig junge Frau wird allen Bildelementen transportiert. Ebenfalls mitgeteilt wird allerdings, daß, trotz aller Ambitionen, diesen Zustand zu erhalten, die Frau faktisch schutzlos ist (durchscheinende, transparente Haut,...), sofern sie sich auf ihre eigenen Kräfte verläßt. Durch die Vorlagerung des Kosmetikproduktes wird jedoch offensichtlich, daß dieses die Schutzfunktion übernimmt/übernehmen kann. Ambivalenz kommt bezüglich Dynamik vs. Statik zum Tragen (Aktivität/Passivität), ebenso durch Kontrastierung Schärfe/Unschärfe bzgl. der fotograph. Praktiken. Durch diese Ambivalenz wird eine gewisse Spannung erzeugt.

Durch starke Ästhetisierung der Machart des Bildes werden die Aspekte einer genormten Makellosigkeit weiblichen Aussehens stärker transportiert, insofern vermittelt die Frau eine ,,Vorbildfunktion`` für andere Frauen, bzw. stellt selbst ein Abbild vorherrschender gesellschaftlicher Normen dar.


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susi@metameta.org